Im Jahr 2025 lag die Häufigkeit nosokomialer Infektionen im Klinikum Leer und im Krankenhaus Rheiderland deutlich unter dem zuletzt bundesweit ermittelten Durchschnitt.
Als nosokomiale Infektionen werden Infektionen bezeichnet, die Patienten während ihres Aufenthaltes in einer medizinischen Einrichtung erwerben. Der wirksamste Schutz gegen diese Infektionen ist die konsequente Einhaltung hoher Hygienestandards.
Dazu zählt insbesondere die strikte Händedesinfektion. Studien zeigen, dass rund 90 Prozent der Infektionen über die Hände übertragen werden.
Im Jahr 2025 wurden im Klinikum Leer insgesamt 305 nosokomiale Infektionen erfasst, im Krankenhaus Rheiderland 27. Bezogen auf die Gesamtzahl der behandelten Patientinnen und Patienten ergibt sich daraus eine Prävalenz von 1,9 Prozent. Der Begriff Prävalenz beschreibt die Häufigkeit einer Erkrankung innerhalb einer definierten Gruppe. Der zuletzt bundesweit ermittelte Vergleichswert liegt bei 3,6 Prozent. Die Erhebung der Daten ist aufwendig und erfolgt nach festgelegten Standards.
In den Kliniken traten hauptsächlich sechs Arten nosokomialer Infektionen auf: Harnwegsinfektionen, postoperative Wundinfektionen, Clostridieninfektionen, Atemwegsinfektionen, primäre Blutstrominfektionen, und gastrointestinale Infektionen.
Trotz aller Präventionsmaßnahmen lassen sich nosokomiale Infektionen nicht vollständig vermeiden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass sich durch die konsequente Einhaltung hygienischer Maßnahmen bis zu ein Drittel dieser Infektionen verhindern lässt.
Im Klinikum Leer sind drei Fachkräfte für Hygiene- und Infektionsprävention sowie ein Krankenhaushygieniker in Weiterbildung tätig. Hinzu kommen auf allen Stationen und in den Funktionsbereichen Hygienebeauftragte aus der Pflege und dem ärztlichen Bereich, die durch die Hygieneabteilung ausgebildet wurden. Zu den Aufgaben der Hygienefachkräfte gehören unter anderem die Infektionsüberwachung, die Erstellung von Statistiken, Schulungen von Mitarbeitenden und Compliancemessungen der Händehygiene. Zudem werden regelmäßig Begehungen aller Bereiche und mikrobiologische Umgebungsuntersuchungen durchgeführt. Ziel ist es, die Verbreitung von Infektionen zu verhindern. Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie der Schutz der Mitarbeitenden und Besucherinnen und Besucher stehen im Vordergrund.