Am Montag fand im Krankenhaus Rheiderland die Mitgliederversammlung des Allgemeinen Krankenhausvereins für das Rheiderland statt.
Auch der Niedersächsische Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi, war zu Gast und hielt einen Kurzvortrag zur Krankenhausentwicklung in Niedersachsen – mit besonderem Blick auf das Krankenhaus Rheiderland und die beantragte Etablierung eines „Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie“.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Krankenhausvereins, Jakobus Baumann, der unter anderem das große ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder hervorhob, ging Baumann auf den aktuellen Antrag zur Einrichtung eines „Fachkrankenhauses Psychiatrie und Psychotherapie“ in Weener ein. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Minister Philippi am Rande eines Termins eine klare Zusage signalisiert: „Es kommt sicher.“ Mit diesen Worten übergab Baumann das Wort an den Minister.
Minister Philippi betonte in seinem Beitrag, dass für das Krankenhaus Rheiderland frühzeitig wichtige Weichen gestellt worden seien, um den Standort zukunftsfähig auszurichten. Auch er habe gehofft bereits den offiziellen Bescheid zur Einrichtung des Fachkrankenhauses mitzubringen. Der Standort im Rheiderland besitze aus seiner Sicht „größtes Potenzial“ diese Rolle zu übernehmen.
Jedoch habe das benachbarte Klinikum, namentlich das Klinikum Emden, Widerstand angekündigt. Derzeit prüfe das Ministerium mit einer externen Beratungsfirma mit einem Bedarfsgutachten für den Bereich Psychiatrie den Neuzuschnitt der Pflichtversorgungsgebiete. „Wir erhoffen uns von diesem Gutachten einen klaren, sachlichen, fundierten Rahmen, der hilft, Versorgungslücken zu schließen und damit auch hier vorliegende Konkurrenzsituationen zwischen Emden und Leer bzw. dem Rheiderland aufzulösen. Erst auf dieser Grundlage können wir dann nachdrücklich Entscheidungen treffen, die langfristig tragfähig sind und die für alle Beteiligten die notwendige Planungssicherheit schaffen.“, so Minister Philippi.
Gleichzeitig sicherte der Minister seine persönliche Unterstützung zu. Die bestehenden Strukturen, das engagierte Team vor Ort sowie das starke regionale Netzwerk hob er als große Stärken hervor. Dies alles führe zu einem tragfähigen Konzept. „Ich persönlich werde mich weiterhin stark dafür machen, dass das Krankenhaus Rheiderland ein Fachkrankenhaus für Psychotherapie mit den entsprechenden Planbetten wird. Wir stehen an der Seite des Standortes Rheiderland.“, so Philippi.
Der Vorsitzende des Allgemeinen Krankenhausvereins, Jakobus Baumann, dankte dem Minister für seine Klarstellung, auch, wenn er es gerne etwas positiver in Form eines Bescheides gesehen hätte. „Wir würden uns sehr freuen, wenn es Ihnen gelingen könnte, dass wir in zwei Monaten, spätestens drei Monaten, eine endgültige Entscheidung haben. Denn das Personal in Weener wartet auf die Entscheidung und nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch der Aufsichtsrat und das Kuratorium.“, so Baumann.
Auch Geschäftsführerin Daniela Kamp bedauert in ihrem Bericht für das Krankenhaus Rheiderland, dass der Minister keinen Bescheid im Gepäck hatte und auf später vertröstet habe. Auch wenn er jetzt keine hundertprozentige Zusage gegeben hat, habe er sie doch zumindest zu 99 Prozent gemacht. „Wir haben in vielen Gesprächen mit dem Minister unseren Antrag intensiv erörtert. Ich bedanke mich besonders bei Jakobus Baumann, der sich immer unermüdlich und ohne Unterlass für das Krankenhaus Rheiderland einsetzt. Ein besonderer Dank gilt auch MdL Nico Bloem, der für uns viele Kontakte und Treffen mit dem Minister initiiert hat sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Groote, der sich eng mit Nico Bloem abgestimmt hat und ebenfalls viele Gespräche mit dem Minister geführt hat.“, so Kamp. „Der Bedarf im Landkreis Leer ist unbestritten, ebenso sind beste Voraussetzungen am Standort gegeben. Wir gehen davon aus, dass die noch fehlende Unterschrift auf dem Bescheid bald erfolgen wird. Das „Fachkrankenhaus Psychiatrie und Psychotherapie“ ist eine sichere Zukunftsperspektive für das Krankenhaus Rheiderland – und wir werden uns weiterhin mit voller Kraft dafür einsetzen.“