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Spinalkanalstenose

Über die gesamte Länge der Wirbelsäule verlaufen Bänder, die ihr Beweglichkeit und Stabilität verleihen. Dazu gehören unter anderem das vordere und das hintere Längsband, welche mit den Wirbelkörpern bzw. den Bandscheiben verwachsen sind. Verlieren die Bandscheiben durch Abnutzung an Höhe, lockert sich insbesondere das hintere Längsband. Die Wirbelsäule verliert an Stabilität. Um ihr neuen Halt zu geben und weitere Schäden zu verhindern, gibt es verschiedene Implantate zur Streckung des betroffenen Wirbelsegments. In unserer Klinik setzen wir dazu einen interspinösen Spreizer oder ein dynamisches Stabilisierungssystem ein.

 

Wie äußert sich eine Instabilität der Wirbelsäule?
Durch die Lockerung der Bänder können sich die Wirbel gegeneinander verschieben und die Nervenaustrittskanäle einengen. Der auf den Nerven lastende Druck kann starke und andauernde Schmerzen verursachen. Schlimmstenfalls führt dies zu bleibenden Schädigungen.

Für wen kommt ein interspinöser Spreizer bzw. ein dynamisches Stabilisierungssystem in Frage?
Voraussetzungen für den Einsatz eines interspinösen Spreizers bzw. eines dynamischen Stabilisierungssystems sind noch nicht zu weit fortgeschrittene Abnutzungserscheinungen sowie lediglich eine leichte Instabilität. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ziehen wir eine Bandscheibenprothese oder eine Versteifungsoperation (Spondylodese) in Betracht.

Wie verläuft die Diagnose?

Der erste Schritt zur Diagnose ist das persönliche Gespräch mit einem unserer Ärzte. Er wird unter anderem mit Ihnen abklären, welche Symptome auftreten und ob diese z. B. bei bestimmten Bewegungen oder Körperhaltungen auftreten. Anschließend wird er Ihre Wirbelsäule genauer untersuchen. Hierzu sind meist auch Röntgenaufnahmen, Computertomografien (CT) oder Magnetresonanztomografien (MRT) notwendig. Die Computertomografie ist die rechnerbasierte Auswertung einer Vielzahl von Röntgenaufnahmen, um ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Die Magnetresonanztomografie liefert Schnittbilder mit Hilfe magnetsicher Felder und elektromagnetischer Wellen und nutzt keine Röntgenstrahlen.

Wie verläuft die Operation?
Interspinöse Spreizer (z. B. coflex) oder dynamische Stabilisierungssysteme (z. B. Dynesys®) setzen wir mit speziellen Instrumenten ein, die Rückenmuskeln, Nerven und Gefäße schonen. Über einen wenige Zentimeter langen Zugang werden im betroffenen Wirbelsegment ein Spreizer bzw. ein Konstrukt aus vier Titanschrauben und zwei Kunststoffkissen verankert. Die Wirbelsäule wird so gestreckt, der Zwischenwirbelraum und die Wirbelgelenke von Druck entlastet. Eine gewisse Beweglichkeit bleibt im Gegensatz zur Versteifung erhalten.

 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?
Auf Grund der schonenden Operationstechnik erholen sich die Patienten in der Regel relativ schnell. Meist dürfen Sie noch am Tag des Eingriffs wieder aufstehen und die Wirbelsäule belasten. Schweres Heben, Dreh- oder ruckartige Bewegungen sollten in den ersten Wochen jedoch vermieden werden. Der stationäre Aufenthalt dauert etwa sieben bis zehn Tage. Sie erhalten dabei schmerzlindernde Medikamente und beginnen mit der physiotherapeutischen Behandlung. 

 

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